Workshops

In die Berg slide i gern

Wir schreiben das Jahr 2015. Es ist ein schöner Sommertag. Im Schatten der Karnischen Alpen macht das Gailtal ein kleines Nickerchen. Zwei Farben dominieren das Panorama – das Grün der nahen Wiesen und Wälder und das Blau des fernen Himmels. Ein Orchester aus Fliegen, Hummeln, Zikaden, Gelsen und Bienen spielt in einer Dauerschleife den Soundtrack der Almen. Plötzlich – ein fremdartiges Glissando schneidet durch die Klanglandschaft, als würde jemand einer Katze langsam mit einer Stahlbürste über den Buckel streichen. Da! Auf einen kleinem Felsvorsprung sitzt ein Gitarrist mit seinem Instrument auf dem Schoß und einer Metallrohr auf dem Finger. Er scheint der Übeltäter zu sein. Aber möge der Besucher selbst sehen und hören.

Kamera: Norbert „Karawankenbär“ Zerza (Reisach TV)

Von der Workshop-Idee zur Verwirklichung 2026

Schon während der Dreharbeiten zu „In die Berg slide i gern – 5 Kärntner Chorlieder auf die Slidegitarre übertragen“ – kam mir der Gedanke, inmitten dieser imposanten Kulisse der Gailtaler Alpen, vor dem Hintergrund des Reißkofels, deren König, Kurse zur Thema „Western-, Blues- und Lagerfeuergitarre anzubieten, nur war damals mit der Jochalm noch nicht der richtige Ort gefunden und es war noch nicht die richtige Zeit. Wie es bei Ideen so ist, liegen sie oft lange im Tiefschlaf, bis sie von einem prinzenhaften Augenblick – schon beinahe vergessen – wachgeküsst werden. So war es auch in diesem Fall. Mehr als 10 Jahre später, 2026, verschlug es mich bei eine Wanderung gemeinsam mit meinen Geschwistern auf der Kohlröslhütte, wo wir auch übernachteten.

Die Kohlröslhütte liegt auf etwa 1.534 Metern Seehöhe, im Süden mit dem Gitschtal zu Füßen und im Norden mit dem Weissensee. Sie bietet 17 Betten in Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern – allesamt stromversorgt – , eine Panoramaterasse mit traumhaften Ausblick auf das Gitschtal, österreichische Hausmannskost mit Produkten aus der Region – und Hausgästen sogar einen Pool wie eine Tischtennis-Platte! Der perfekte Ort für einen mehrtägigen Workshop. Den Segen der tüchtigen Besitzer und Betreiber der Hütte, der Familie Jung, eingeholt, vergingen nur wenige Wochen, bis sich eine kleiner Pionierstoßtrupp zusammengefunden hatte, fit genug, mitsamt dem Rucksack noch eine Gitarre zu tragen.


Spoiler Alarm: Das nächste Kapitel zeigt Bilder und Videos von der Wandertour auf die Hütte. Wer sich die Überraschung nicht nehmen lassen will, kommt hier über die Abkürzung direkt zum Workshop-PDF. Mit allen relevanten Informationen wie z.B. den Voraussetzungen, den Bedingungen, dem Angebot und den Preis.


Grande Concerto für den Ziegenbock. Ein erster Erfahrungsbericht

Wir trafen uns zeitig vor der Talstation der Sommerbergbahn am Weissensee. Eine 4er-Sesselbahn bringt dort Wandersleute vom Südseeufer in die Nähe der Naggler Alm auf 1324 Meter.

Trotz leichter Höhenangst ein Erlebnis

Von der Naggler Alm weg – theoretisch die erste Raststation – geht es über eine hügelige Wiese zu einem Feldweg. Im leichten Anstieg führt dieser durch einen (märchenhaften!) Wald zu einer Gabelung, wo man den Weg verlässt, rechts abbiegt und über den sogenannten Geißrücken in relativ steiles Gelände kommt. Für den Preis der Höhenmeter bekommt man eine feine Aussicht auf das Tal geboten.

Einmal auf dem Plateau angekommen, ist es zur Hütte nur noch ein Spaziergang. Wir trotten vorbei an Kühen und Kälber, machen einen Abstecher zur Jadersdorfer Ochsenalm – sie wird bewirtschaftet und liegt auf dem Weg -, um schlussendlich vor der Ankunft noch Warm-Up-Konzert für einen Ziegenbock zu geben. Er konnte sein Glück kaum fassen.

Eingetroffen in der Kohlröslhütte, belohnten wir uns, nachdem Familie Jung uns auf das Wärmste empfangen hatte, mit der traditionelle Kulinarik des Hauses. Zu empfehlen sind vor allem die Kaspressnudeln und der Kaiserschmarrn. Ein Genuss.